Bei dieser mobilen Architektur handelt es sich um eine transportable Raumerweiterungshalle (REH). Das Besondere an der REH ist, dass man diese durch ein raffiniertes System teleskopartig auf ein Achtel ihrer Größe zusammen schieben kann. Die 7,5 Tonnen schwere REH ist nicht fest mit dem Boden verankert sondern steht auf einer Gleiskonstruktion und kann innerhalb eines Tages wegtransportiert werden. Des Weiteren wurde die REH so konzipiert, dass man für den Auf- und Abbau lediglich sechs Personen benötigt.
Seit 2010 sind wir selbst stolze Besitzer eines solchen Objektes. Unsere Halle wurde 1975 vom VEB Metallbau Boizenburg hergestellt. Sie diente zu DDR Zeiten als Mensa für die FDJ Jugendhochschule am Bogensee. Wir entdeckten sie im Mai 2010 bei einem Antiquitätenhändler in Marwitz (Brandenburg). Bereits im Juni gelangte der Transport per Kran und Niederfluranhänger nach Leipzig. Nach einem weiteren Umzug innerhalb der Stadt steht unsere REH auf einem Übergangsgelände und seit 2011 sind wir dabei sie detailgetreu zu restaurieren.
Im Sommer 2012 kamen wir in die Gelegenheit, den Konstrukteur der Raumerweiterungshalle, Klaus Both gemeinsam mit seiner Frau begrüßen zu dürfen. Auch Frau Both war damals als technische Zeichnerin an der Entwicklung dieser Halle beteiligt. Neben einem tollen Gastgeschenk erhielten wir hilfreiche Tipps und viele Informationen zu unserer Halle.
Die Arbeiten sind mittlerweile so weit fortgeschritten, dass wir nun auf der intensiven Suche nach einem Grundstück für unser Projekt „Café Boizenburg“ sind.
Wir würden Leipzig gern mit diesem ausgefallenen Gebäude bereichern, und für dessen Bewohner und Gäste frei zugänglich machen.
Geschichte der Raumerweiterungshalle
1944
gründete Helmuth Both die Firma „Helmuth Both & Co, Maschinen- und Apparatebau“, die 1972 verstaatlicht und in „Metallbau Boizenburg“ umbenannt wurde.
wurde die erste REH entwickelt und noch im selben Jahr auf der Leipziger Messe präsentiert. Die darauf folgenden Jahre war sie immer wieder auf der Leipziger Messe zu sehen und wurde zudem mit einer Goldmedaille prämiert.
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1959
1966
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entwarf der Sohn, Klaus Both einen neuen Typ der REH. Die „REH Variant“ führte zum Durchbruch und wurde bis 1979 über 800 Mal produziert. Die in Boizenburg gefertigten Hallen bestachen durch ihre Form und Farbgebung im Design der 60er/70er Jahre. Sie erfreuten sich großer Beliebtheit und wurden international, vor allem von Architekten, sehr geachtet. Die REH dienten als Räumlichkeit für Cafés, transportable Kinos oder Kaufhallen. So wurden sie beispielsweise auch nach Holland, in die Sowjetunion oder in den Irak exportiert.
als in der DDR das „Verbot zur Verwendung von Aluminium“ herausgegeben wurde, endete die Produktion der „REH Variant“. Die Nachfolgenden Hallen wurden ausschließlich aus Wellblech angefertigt und 1989 wurde die Produktion gänzlich eingestellt. Nach der Wende wurde der Großteil dieser Hallen verschrottet, so dass es heute nur noch wenige Exemplare gibt.
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1979
Heute
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hat die REH einen Kultstatus und nicht nur in unserer Region weiß man vom Wert dieser außergewöhnlichen Architektur. Beispielsweise erstand das „Wende Museum of the Cold War“ in Culver City bei Los Angeles, welches sich mit dem Umbruch Europas Ende der 80er Jahre befasst, vor geraumer Zeit eine REH. Das Museum möchte sie aufwendig in die USA verschiffen und sie dort restaurieren lassen.
Auch die Professoren Hack und Ludwig von der Hochschule Wismar (University of Applied Sciences, Technology, Business and Design), sind an diesem Stück Architekturgeschichte interessiert. Sie haben bereits einen historischen Katalog in Zusammenarbeit mit Klaus Both im Rahmen einer großen Ausstellung zur Raumerweiterungshalle herausgegeben.
Die letzten, im Volksmund auch als Ziehharmonika-Hallen bekannten REH werden heute neu entdeckt und mit verschiedenen Konzepten versehen, beispielsweise als Hostel, Galerie oder Café.
Café Boizenburg
Unser Vorhaben ist, in dieser aussergewöhnlichen Architektur das „Café Boizenburg“ entstehen zu lassen. Die gemütlich und stilvoll eingerichtete Café/Bar möchte mit ihren ca. 50 Plätzen Groß und Klein herzlich zum Verweilen einladen.
Mit einer breiten Auswahl an Kaffeesorten, vielen anderen Spezialitäten und vor allem mit Liebe zum Detail möchten wir das gastronomische Angebot dieser Stadt positiv erweitern.
Unsere Gäste erleben ein Stück Architekturgeschichte, welche sie aus nächster Nähe betrachten können und vielleicht wird bei einigen manche Erinnerungen geweckt. Neben diesem Erlebnis werden unseren Gästen in regelmäßigen Abständen, kleinere Kunstprojekte präsentiert, welche dezent in den täglichen Café/Bar Betrieb integriert werden sollen. Das „Café Boizenburg“ kann somit als Galeriecafé verstanden werden.
Mit diesem Konzept wollen wir hierbei auf unsere zahlreichen Erfahrungen im Bereich Kunst kombiniert mit Gastronomie stützen. Diese sammelten wir bei der aktiven Unterstützung und Organisation diverser Kunstausstellungen und Musikevents, sowie bei der einjährige Mitarbeit in einem Aktionstheater. Des Weiteren sind wir Mitglieder eines Gemeinschaftsateliers, von dem schon zahlreiche eigene Ausstellungen hervorgegangen sind und über welches wir auch Veranstaltungen anderer Künstler unterstützten.
Bei der Auswahl der präsentierten Arbeiten soll die REH als Schwerpunkt gesetzt werden. So stehen Stichworte wie,Raumerweiterung und Flexibilität/Transportation im Fokus. Das Design der Halle bewegt sich zwischen Science Fiction und Organik, wodurch ein Assoziationsraum geschaffen wird. Im Vergleich zum gängigen Galeriecafé, häufig mit Malerei- oder Fotografieausstellungen, setzen wir auf das Genre der Medienkunst (mit Schwerpunkt Klang- und Videokunst) und Objektkunst (Installationen und Interventionen).
Es liegt uns am Herzen, Kunst in den Alltag der Menschen zu transportieren. Dafür sind wir im Gespräch mit verschiedenen Künstlern, die sich ihrerseits sehr für das Konzept der Halle interessieren. Wir können uns dabei gut vorstellen, wie sich Klang-, Licht- oder Videoinstallationen den weichen Formen des Gebäudes anpassen würden. Ein offener, familienfreundlicher Cafè/Bar Betrieb würde sich hierbei gut integrieren lassen. So könnte nicht nur die REH als Bestandteil einer Installation gedacht werden, sondern auch die Besucher, welche gleichzeitig das Publikum darstellen. Die Resonanz auf diese Idee bestätigt uns, dass in dieser Richtung eine Menge Potential vorhanden ist. In Kürze werden wir Ihnen eine kleine Auswahl an geplante Projekte auf dieser Seite präsentieren. Bei Interesse, können Sie uns gerne vorab kontaktieren.
Wir sind überzeugt davon, dass unser Konzept der extravaganten REH erfolgreich sein wird und viele interessierte Menschen anzieht.
Aktuell
An dieser Stelle möchten wir all denen ein großes Dankeschön sagen, die uns bis jetzt in jeglicher Art und Weise unterstützt haben. Nicht zuletzt ist durch euch die Grundsanierung unserer Halle so gut wie abgeschlossen.
Es fehlt nur noch das passende Gelände auf dem unser Projekt starten kann. Wir Suchen ein erschlossenes Grundstück ab 200qm. Die genauen Maße der REH kann man dem abgebildetem Grundriss entnehmen. Eine relativ zentrale Lage mit guter Verkehrsanbindung und kulturellem Interesse wären perfekt für uns.
Wenn Sie sich vorstellen können, uns in irgendeiner Weise zu unterstützen oder Vorschläge für ein geeignetes Grundstück haben, würden wir uns sehr darüber freuen.
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